„Der Stein der Schildkröte“: der Australien-Roman für kalte Wintertage

unterwegs im Yarra Valley

Heute haben wir eine Buchautorin als Gastbloggerin an Bord. Susan de Winter ist Autorin des Buches „Der Stein der Schildkröte“, ein kurzweilig geschriebener Reiseroman über Australien. Auf Australien-Blogger veröffentlicht sie exklusiv einen Teil ihres Buches. Viel Spaß mit ihrem Kapitel „Dinner mit Kängurus“. Susan, let`s go:

Kennt ihr das? Wenn man im Zoo nur wenige Zentimeter entfernt einem Löwen in die Augen blickt, hebt sich der Grad der Aufmerksamkeit höchstens so weit, als würde man George Clooney im TV sehen. Stände Clooney aber unerwartet – etwa in einem Shoppingcenter – vor einem, sähe die Sache ganz anders aus. Genau so ergeht es mir, als ich über einen schmalen Weg den Yering Gorge Cottages entgegenfahre. Rechts und links des Weges erstrecken sich ausgedehnte Weiden, auf denen Pferde und Rinder grasen. Der Weg führt in einigen Schlenkern leicht bergan. Die untergehende Sonne taucht das grüne Tal in zarte Orangetöne. Kurz nachdem ich das Tor zu den Cottages passiert habe, sind sie plötzlich da: wilde Kängurus.

Känguru

Ich lege eine Vollbremsung hin, was nicht weiter schlimm ist, da außer mir sowieso kein Mensch unterwegs ist. Zum Glück liegt die Kamera griffbereit auf dem Nebensitz. Ich schnappe mir die KängurudameKnipse, springe aus dem Auto und fange wild an zu fotografieren. Nur wenige Meter entfernt grast eine ganze Känguru-Familie und lässt sich von meiner Gegenwart nicht im Geringsten stören. Eine Känguru-Dame hält kurz inne, um ihr Baby zu stillen, die anderen fressen ungerührt weiter. australisches cottage, Stein der Schildkröte
Ich fotografiere und fotografiere – und habe plötzlich den Eindruck, beobachtet zu werden. Langsam drehe ich mich um. Direkt hinter mir stehen zwei ausgewachsene Känguru-Männchen, wobei der Begriff Männchen irgendwie irreführend klingt. Beide sind größer als ich. Als ich mich umdrehte, waren die zwei noch in einem munteren Boxkampf verwickelt. Jetzt halten sie jedoch inne und starren mich mit großen Augen an. Täusche ich mich, oder heben sich ihre Mundwinkel zu einem leichten Grinsen?
„Halte dich bitte immer von Känguru-Männchen fern. Das ist sicherer“, habe ich noch die Stimme der Tierpark-Rangerin im Ohr. Langsam, Schritt für Schritt, trete ich rückwärts den Weg zum Auto an. Was macht man eigentlich bei einer Känguru-Attacke? Schnell weglaufen? Den Angreifern die Kamera an den Kopf werfen? (Sie war ziemlich teuer…). Beruhigend auf die Tiere einreden? Ich stelle fest, dass ich mich wohl nicht richtig auf die Begegnungen mit der australischen Tierwelt vorbereitet habe. Aber da sitze ich schon wieder aufatmend im Auto. Die beiden Känguru-Typen boxen sich nochmal kurz und hüpfen dann mit großen Sprüngen am Auto vorbei die Wiese hinunter.
Mit leicht zitternden Fingern starte ich den Motor und lege die letzten Meter zu der kleinen Ansammlung von Ferienhäusern zurück. Und hier wartet die nächste Überraschung. Meine Känguru-Bekanntschaft war wohl nur die Vorhut gewesen. Rund um die Hütten grasen, hüpfen, dösen und entflöhen sich geschätzte 200 Beuteltiere.

Vorsichtig parke ich den Wagen am Haupthaus und steige die Stufen zur Rezeption hoch. Hier erwartet mich Ross, der Eigentümer der Anlage, und zeigt mir einige Minuten später eine ziemlich feudale Hütte mit einem atemberaubenden Ausblick aufs Yarra Valley. Beschämt erzähle ich ihm von meiner Känguru-Begegnung und dass ich die Speicherkarte meiner Kamera dort schon halb vollgeknipst habe.
Ross lacht. „Kängurus kannst du hier ständig fotografieren. Es sind rund 300 Stück, und sie sind eigentlich ständig da. Wenn du Glück hast, siehst du sogar unseren Albino, ein sehr großes Tier. Und wenn du später das Licht anmachst, kommen die Kängurus vielleicht sogar bis auf die Veranda. Aber keine Angst: es kann nichts passieren!“

Minuten später habe ich mir ein 1-a-Abendessen zubereitet und sitze allein am Küchentisch. Naja, ganz allein wiederum auch nicht. Draußen ist es inzwischen stockdunkel, nur das Licht auf der Terrasse brennt. Und lockt die Kängurus an. Drei wohlgenährte Skippy-Verwandte liegen dickbräsig auf der Veranda. Eine Känguru-Dame – sie sieht etwas zierlicher aus als der Rest der Gang – steht direkt vor der Verandatür und schaut ziemlich neugierig herein.
Das glaubt mir doch kein Mensch, denke ich, und sende eine Mail mit Beweisfoto an die Freunde daheim. Als das erledigt ist, wechsle ich ins Bad hinüber. Dabei handelt es sich nämlich keinesfalls um ein stinknormales Badezimmer, sondern um eines mit einem fantastischen Whirlpool. Als ich im blubbernden, warmen Wasser liege und kühlen Chardonnay trinke, ertönt draußen das Tapsen der Känguru-Pfoten auf den Holzdielen. Als das Blubbern endet, höre ich den Gesang der Zikaden. Und dann ein leises Lachen. Schließlich steigert sich das Geräusch zu einem dröhnenden Gelächter. Es ist der Kookaburra, der „lachende Hans“ heißt er bei uns. Wahrscheinlich sitzt er nun gerade in den hohen Bäumen hinter meiner Hütte und schaut hinab. Erst als das Wasser kalt wird, verlasse ich mein Badeparadies und krabbel ins Bett. Australien ist einfach das tollste Land der Welt!

Der Stein der Schildkröte, Susan de WinterDas Yarra Valley in Victoria ist nur einer von vielen Schauplätzen, an denen mein im Oktober 2015 erschienener Australien-Roman „Der Stein der Schildkröte“ spielt. Die fiktive Geschichte handelt von der Mittvierzigerin Claudia, die auf ihrem Roadtrip durch Down Under so einige Abenteuer erlebt. Sie findet das Tagebuch ihrer verstorbenen Tante und deckt ein altes Familiengeheimnis auf. Sie verliebt sich in den smarten Geschäftsmann David, der jedoch spurlos verschwindet. Und was hat es mit dem Stein der Schildkröte auf sich, den ihr ein alter Aborigine schenkt und der rätselhafte Träume in ihr auslöst?

Im Anhang des Buches werden alle Sightseeing-Orte näher beschrieben. So eignet sich das Buch (Taschenbuch 8,66 €, E-Book 2,99 €) bestens, um sich für die nächste Australien-Reise einzustimmen. Es stand sogar einige Wochen auf Rang 1 aller Reiseführer über Australien und Ozeanien bei Amazon. Wenn euch der Reiseroman auch so gut gefällt, würde ich mich über eine Rezension bei Amazon riesig freuen! Hier geht es direkt zum Buch: Der Stein der Schildkröte.

Eure Susan de Winter.

    

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Kommentare (+)

Ursula Campioni schrieb am 11.12.2015:

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

ich hab das Buch total gerne gelesen, kann es auf jeden Fall nur jedem ans Herz legen.
Ist auch ein schönes Geschenk unter dem Weihnachtsbaum.
Also viel Spaß dabei!!

Antje Gellhaus schrieb am 29.03.2016:

Liebe Leserinnen und Leser,

wie ich fand ein sehr schönes und inspirierendes Buch, welches mich berührt hat.
Ein schönes Geschenk für eine gute Freundin!
Viele Freude beim Lesen!

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