Pinnacles in West Australien – Wie auf einem anderen Planeten

Pinnacles
Wenn jetzt wie aus dem Nichts ein Raumschiff mit kleinen, grünen Männchen neben uns landete, würden wir uns kein bisschen wundern. Die Landschaft, die uns umgibt, erinnert sowieso schon an einen fremden Planeten. Überall ragen skurril geformte Felstürme aus dem hellen Wüstensand. Es sind Tausende. Manche haben gezackte Spitzen, andere abgerundete Kappen. Einige gehen mir nur bis zur Hüfte, andere sind bestimmt gut vier Meter hoch. Und wiederum andere erinnern tatsächlich an Grabsteine. Weit und breit ist kein Mensch zu sehen.

Nambung National Park

Wir befinden uns im Nambung National Park, etwa 245 Kilometer nördlich von Perth in Westaustralien. Nach einer gut dreistündigen Autofahrt von Perth haben wir den Park am späten Nachmittag über das Fischerdorf Cervantes erreicht. Die tiefstehende Sonne taucht die uralten Wüsten-Skulpturen in ein magisches Licht – beste Verhältnisse für Fotografen.

Die Wüste glüht in warmem Licht

Schon vor unserer Ankunft bei den Pinnacles hatten wir gelesen, dass man oft wilde Emus und Kakadus zwischen den Felssäulen beobachten könne. Bis auf ein paar Kängurus am Eingang zum Park entdecken wir jedoch keine weiteren Lebewesen. Doch das macht nichts, denn eine Landschaft wie diese haben wir nie zuvor gesehen. Wir können uns gar nicht sattgucken an diesem verzauberten Säulenwald Australiens. Während die Sonne langsam sinkt, verändert sich die Szenerie alle paar Minuten. Die Schatten der Pinnacles werden länger und die Wüste glüht in orangen Tönen.
Wir fahren mit unserem Auto auf einer etwa vier Kilometer langen Sandpiste durch den Park und halten alle paar Minuten an, um Fotos zu machen. Einmal erklimmen wir einen erhöht liegenden Aussichtspunkt (Pinnacles Lookout), von dem aus man einen weiten Blick auf die Landschaft hat.

Die Spuren der Wanderdüne

Doch was sind diese Pinnacles denn nun überhaupt? – Sie entstanden vor etwa 500.000 bis 50.000 Jahren durch Pflanzenwuchs auf einer aus Quarzsand bestehenden Wanderdüne. Die Wurzeln der Pflanzen drangen tief in die ältere Kalksteinschicht vor und durchbrachen dabei an einigen brüchigen Stellen eine extrem harte Kalksteinkruste. Unter dieser Kruste verfestigte sich der Kalkstein besonders fest zwischen den eingedrungenen Pflanzenwurzeln, da diese Bereiche viel Wasser aufsogen. Die Wanderdüne zog jedes Jahr ungefähr zweieinhalb Meter weiter. Dadurch war die frei liegende Kalksteinschicht der Erosion ausgesetzt. Die innerhalb der letzten 20.000 Jahre abgestorbene Vegetation hinterließ Lücken, in die Quarzsand eindrang, der dann wiederum abgetragen wurde. Nur die extrem harten Bereiche der durch viel Wasser zementierten Kalksteinschicht waren von der Erosion nicht betroffen. Das sind die heutigen Pinnacles. Ganz genau kann man alles über die Entstehungsgeschichte im Discovery Centre des Nambung National Parks nachlesen.

Kängurus treffen sich am Strand

Wer etwas mehr Zeit für den Park eingeplant hat, kann den Kangaroo Point besuchen. Er liegt knapp acht Kilometer vom Eingang des Parks entfernt und wurde nach den Känguruherden benannt, die sich bei Sonnenauf- und -untergang am Strand tummeln. Ohnehin gibt es ganz in der Nähe des Parks wunderschöne, menschenleere Strände am Indischen Ozean, die zum Schwimmen, Schnorcheln und Surfen verlocken. Zwischen August und Oktober blühen Tausende von bunten Wildblumen im Park.
Tipp: Auf dem Weg von Perth zum Nambung National Park machten wir noch einen Stopp im Yanchep-Nationalpark. Er liegt quasi direkt auf dem Weg (ca. 42 km von Perth entfernt). Dort lässt sich wunderbar spazieren gehen, Kängurus, Koalas und Pelikane beobachten, Kaffee trinken oder ein Eis essen.
Es gibt auch organisierte Tagesausflüge mit dem Bus von Perth zu den Pinnacles, zum Beispiel:

Infos: Der Eintritt zum Nambung National Park kostet 13 australische Dollar pro Fahrzeug. Das Pinnacles Desert Discovery Centre ist täglich von 9.30 bis 16.30 Uhr geöffnet (außer Weihnachten).
Text & Fotos: Susanne Müller

Infos zur Autorin: Die Reisejournalistin und Bloggerin Susanne Müller ist ein absoluter Australien-Fan und Teil des Australien-Blogger Autoren-Boards. Unter ihrem Pseudonym Susan de Winter hat sie bisher zwei erfolgreiche Australien-Romane bei Amazon veröffentlicht: „Der Stein der Schildkröte“ und „Das Geheimnis der Traumzeit“.

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