Unsere WWOOF-Experience in Taree

WWOOFen. Was ist das ueberhaupt? WWOOFen bedeutet World-Wide Opportunities On Organic Farms. Klingt komisch, ist es aber nicht. WWOOFen ist Arbeiten, (meistens) auf einer Farm. Essen und Unterkunft bekommst du gestellt. Dafuer musst du vier Stunden mitarbeiten. Geld gibt’s keins, dafuer einen Einblick ins australische Alltagsleben. Ideal fuer Backpacker, die gerade knapp bei Kasse sind und nicht so viel Geld ausgeben wollen (koennen).  Natuerlich auch fuer alle anderen, die fuer eine Zeit lang wie ein echter Aussi leben wollen. Genau das wollten wir machen.

Mit unserem WWOOF-Buch (das wir ueber unsere Organisation bei AIFS bekommen haben) und Handys bewaffnet haben wir uns ein paar Plaetze ausgesucht, bei denen wir auch gleich mal angerufen haben. Als kleiner Tipp: Anrufen geht auf jeden Fall schneller, als auf eine Antwortmail zu warten. (Und es ist gleichzeitig eine Moeglichkeit seine Sprachfertigkeit an den Mann zu bringen).

Manchmal dauert es laenger, manchmal nicht. Wir hatten nach dem vierten Anruf eine Zusage. Weil wir zu diesem Zeitpunkt noch kein Auto hatten, sind wir von unserer zukuenftigen Nachbarin in Port Macquarie abgeholt worden.

Schon die Fahrt zum Ziel war aeusserst abenteuerlich. Mit einer Schrottkiste von Auto, von der wir erwartet hatten, dass sie keine 20 Meter weit kommt, ging es auf ungeteertem Weg mitten durch den Regenwald. Bei gutem Tempo und beaengstigenden Nebengeraeuchen hat die Liebe Frau so gut wie jedes Schlagloch mitgenommen.

Weit weg (gut eine Stunde) von der Zivilisation, an einem Ort mit drei Haeuschen, auf einem Huegel im Regenwald (Nationalpark) wurden wir von Michelle, unserer WWOOF-Mutter, und ihren zwei Hunden begruesst. Viel ist an diesem Tag allerdings nicht mehr passiert. Nach einem Begruessungsteechen haben wir unser Zimmer bezogen. Gluecklicherweise hatten wir zwei auch ein eigenes Bad.

Am naechsten Tag hatten wir das erste Mal die Gelegenheit, uns richtig umzugucken. Das Haus an sich ist relativ gross. Das ganze ist auf zwei Wohnungen aufgeteilt (ebenerdig). Anscheinend ist das Haus jedoch zu gross fuer eine Person, um es ordentlich in Schach zu halten. Das hat man besonders an der Kueche gemerkt, in der es an Dreck und Ungeziefer nur so gewimmelt hat. Sauberkeit war hier ein echter Mangel!

Dafuer war der Garten ums Haus schoen angelegt mit Zitronen- und Orangenbaeumen und frischen Kraeutern. Und mitten drinnen eine Pfauendame mit ihrer Brut. Apropo Tiere. Unter einer Farm hatten wir uns etwas anderes vorgestellt. Nicht nur ein Stall voll Huehner, drei Pferde und ein paar Kuehe. Trotzdem war es ein Highlight, dass wir zweimal ausgebuechste Kuehe eintreiben mussten und unsere ersten wilden Kaengeruhs gesehen haben.

Genug davon. Auf zum wichtigen Teil. Die Arbeit.

Ueblicherweise ging es um neun Uhr los. Mittagspase von 12 bis 14 Uhr und dann nochmal bis um fuenf arbeiten. Hast du‘s gemerkt!? Die Gute wollte uns zwei Stunden laenger schuften lassen. Ha, ohne uns! Wenn sie nicht da war, und das war oefters der Fall, haben wir uns unsere Arbeitszeit selbst eingeteilt.

Die ersten drei Tage war es unsere Aufgabe zwei „Gemuesegaerten“, von uns liebevoll Urwald genannt, in Schuss zu bringen. Keine leichte Aufgabe! Im ersten Garten sollten wir das Unkraut, das die Ueberhand hatte, jaehten. Dazwischen waren doch tatsaechlich Gemuesepflanzen zu finden. Wenn wir sie nicht „aus Versehen“ mit rausgerissen haben… Um weiteren Unkrautwuchs zu verhindern, mussten wir die freigelegten Flaechen und Wege mit Zeitung auslegen. Aber nicht irgendwelche Zeitungen. Nein! Es mussten schon die alten, angeschimmelten, bis zum Himmel stinkenden, von Krabbeltieren bewohnten sein. Ganz klar! Man durfte echt nicht pingelich sein. Aber das Ergebnis konnte sich sehen lassen.

Der zweite Garten, den man eigentlich gar nicht so nennen konnte, glich eher einer Wildwuchswiese. „Wo fangen wir an?“ „Am Besen irgendwo in  ‘ner Ecke.“ Weil, Wege gab‘s noch nicht. Bei Gewaechsen, die teiweise groesser waren als wir selbst, mussten wir unser ganzes Gewicht in Einsatz bringen um die Wurzeln aus dem Boden zu reissen. Das hat uns so einige Zeit, Anstrengung und vor allem Nerven gekostet. Nach einigen freigelegten Quadratmetern konnte man selbst hier Wege und einzelne Beete erkennen. Das haette bestimmt nicht mal Michelle unter ihrem Urwald erwartet. Mit der Arbeit in den Gaerten hat sich auch das schoene Wetter verabschiedet. Regen, Regen, Regen, …

Aber das alles war nichts gegen das, was uns die naechsten drei Tage bevorstand. Hausputz! Fensterputzen, saugen, Bad reinigen, alles, was halt so dazu gehoert  – und dann die Kueche. Damit ihr wisst, wie schmutzig die Kueche wirklich war. Zum Spinnen fuettern hat Michelle die Insekten von dort genommen…

Nach einer Woche WWOOFen hatten wir alles gemacht, was es zu machen gab. Und weil das Wetter auch nicht besser werden wollte, wurde es Zeit fuer uns zu gehen.

Michelle hat uns in die naechst Stadt an eine Bushaltestelle gefahren, von der es fuer uns weiterging. Wir waren froh endlich wieder in der Zivilisation zu sein.

Fazit: Wuerden wir es wieder machen? Auf jeden Fall. Aber das naechste Mal auf einer richtigen Farm.

    

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Kommentare (+)

Malena schrieb am 03.02.2009:

eigentlich steht wwoof doch für: willing workers on organic farms…

K. Brach schrieb am 03.02.2009:

Hi Malena,
soweit ich weiss, hast du da auch Recht. 😉

Der Australien-Blog | Älter als 30 Jahre und trotzdem in Australien reisen und arbeiten schrieb am 18.06.2009:

[…] lese auch diesen Erfahrungsbericht zum WWOOFing hier bei […]

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