Die 10-Punkte Checkliste für Australien-Neuankömmlinge (Teil 1)

Wer mit der Absicht für längere Zeit oder sogar für immer in Australien zu bleiben aus dem Flugzeug steigt, hat eine intensive Vorbereitungszeit hinter sich. In Down Under geht das Organisieren erstmal weiter, denn so Manches lässt sich nur vor Ort erledigen. 10 Dinge, um die man sich gleich nach der Einreise kümmern sollte.

1. Mobiltelefon

Die hohen Kosten, die das Telefonieren über einen europäischen Anbieter verursacht, möchte man weder sich selbst noch seinen neuen Kontakten in Australien zumuten. Schon in den ersten Tagen, beispielsweise während der Wohnungs- oder Jobsuche, ist es wichtig, gut erreichbar zu sein. Es lohnt sich deshalb sehr, den Kauf eines neuen, australischen Handys oder auch nur einer neuen SIM-Karte für das mitgebrachte Telefon, nicht aufzuschieben. Am Besten nimmt man diesen Punkt schon bald nachdem sich der Jetlag verabschiedet hat, in Angriff. Auch in Australien gibt es verschiedene, sich konkurrenzierende Anbieter mit unterschiedlichen Preisplänen und Angeboten. Die bekanntesten sind: Telstra, Optus, Virgin Mobile oder Vodafone. Vergleichen kann man sie durch Abruf der jeweiligen Webseiten oder auf den einschlägigen Vergleichsseiten.

Für die erste Zeit ist eine Prepaid-Lösung praktisch, zumal ein Vertragsabschluss mühsam sein kann, wenn noch nicht alle nötigen Dokumente für den in Australien üblichen Identitätscheck (Proof of Identity) vorhanden sind. 

Für die preiswerte Kommunikation mit den lieben Daheimgebliebenen per Telefon gibt’s an Kiosken auch die üblichen Telefonkarten für alle erdenklichen Länder und in Varianten für Handy oder Festnetz. Mit der relativ neuen und sehr benutzerfreundlichen Messenger-Applikation „What’s App“ können über Wlan oder Handynetz (sofern mobiles Internet im Preisplan inbegriffen ist) kostenlos Textnachrichten, Fotos und sogar Videos und Sounddateien live verschickt werden. Diese App lässt sich natürlich schon vor dem Abflug im iTunes-Store (für iPhones) oder auf der Website (für diverse andere Smartphones) runterladen, so dass man seine ersten Eindrücke von Australien sofort mit anderen teilen kann.

2. Internet

Das Internet ist auch aus Australien nicht mehr wegzudenken. Sei es für die unkomplizierte Kommunikation mit Freunden und Familienmitgliedern in der alten Heimat, für die Job- und Wohnungssuche, die Recherche von Adressen oder anderen Dingen, um die man sich in der Anfangszeit kümmern muss.

Wer einen eigenen Laptop mitgebracht hat und das Internet ortsunabhängig nutzen möchte, kann sich bei einem der oben erwähnten Telefon-Anbietern ein Mobile-Broadband-Packet mit einem USB-Stick kaufen. Hier gibt es wieder diverse Angebote mit Vertrags- oder Prepaid-Lösungen, wobei sich gerade wenn es nur für den Anfang ist, ebenfalls die Prepaidlösung anbietet. Leider ist die mobile Verbindung bei Weitem nicht so gut, wie bei einem festen ADSL-Anschluss. Zum reinen Surfen reicht es jedoch aus. Auch für alle, die gleich nach der Ankunft ihr langfristiges Heim bewohnen, kann diese Lösung übrigens interessant sein, denn die Aufschaltung eines festen ADSL-Anschlusses kann in Australien nach der Anmeldung beim gewünschten Anbieter bis zu einem Monat dauern.
Es ist anfangs etwas abschreckend, wie teuer das Internet in Australien ist.

3. Steuernummer

Wer in Australien arbeiten möchte und ein beliebiges Visum, das eine Arbeitsberechtigung beinhaltet, besitzt, braucht zwingend eine so genannte Tax-File-Number (TFN), um als Steuerzahler registriert zu sein. Für den Antrag muss man sich im Land befinden. Die bequemste und unkomplizierteste Variante ist es, dies über die Website des Australian Taxation Office (ATO) online zu tun. Dazu wird lediglich die Visumnummer und eine Adresse in Australien (die auch temporär sein darf) verlangt. Es dauert allerdings bis zu zwei Wochen, bis man das Dokument mit seiner persönlichen Steuernummer per Post erhält. Man sollte dies also unbedingt sofort nach der Ankunft erledigen. Direkt zum Antragsformular geht es hier. Allgemeine Informationen zum australischen Steuersystem für Privatpersonen gibt’s auf auf der Website des ATO. Das australische Steuerjahr dauert übrigens von 1. Juli bis 30. Juni.

Tipp: In diesem PDF findest du jede Menge wissenswerte Infos zu den australischen Steuern und Tipps, wie du sie zurückbekommst!

4. Krankenversicherung

Halter einer Daueraufenthaltsgenehmigung haben Anspruch auf die kostenlose staatliche Krankenversicherung Medicare. Die Einwanderungsbehörde empfielt, sich sieben bis zehn Tage nach der Ankunft mit seinem Pass und den Visadokumenten bei einem Medicare-Büro anzumelden. Dort muss man ein Formular ausfüllen und erhält einen provisorischen Zettel mit seiner Medicarenummer, bis die definitive Karte per Post eintrifft, die später bei Arzt- und Spitalbesuchen vorgewiesen werden muss. Auf der Website sind alle Medicarestellen nach Ortsnamen sortiert und mit Adresse und Öffnungszeit aufgeführt.

Es lohnt sich, zusätzlich eine private Krankenversicherung abzuschliessen, zumal Medicare zum Beispiel den Transport in einem Krankenwagen oder Zahnbehandlungen nicht deckt. Australier und Halter einer Daueraufenthaltsgenehmigung geniessen schon ab zirka 60 Dollar im Monat freie Spital- und Artzwahl als Privatpatient, kürzere Wartezeiten (beispielsweise bei einer nicht notfallmässigen Operation), kostenlose Zahnbehandlungen und diverse Extras wie Alternativmedizin oder Physiotherapie. Es gibt verschiedene Anbieter (wie beispielsweise der bekannteste: Medibank), deren Preise und Leistungen sich sehr ähnlich sind. Bevor man sich in Recherchen stürzt, sollte man sich die persönlichen Bedürfnisse überlegen (war in der alten Heimat der Zahnarzt gedeckt? War ich Privatpatient? Brauche ich Massagen und Phisiotherapie?) Wer eine temporäre Aufenthaltsgenehmigung hat, muss sich komplett privat versichern (Stichwort z.B.„Visitors Cover“ oder „Overseas Students“). Kai publizierte einen ausführlichen Artkel zum Thema private Krankenversicherung in Australien.

5. Bankkonto

Wer in Australien Geld verdienen, Rechnungen zahlen und gebürenfrei Geld abheben will, braucht langfristig auch ein australisches Bankkonto. Die Angst, dass dies kompliziert werden könnte, ist unbegründet, denn Neueinwanderer, die dies innerhalb von sechs Wochen angehen, brauchen dazu meist nur einen Pass. Nach diesem Zeitraum braucht es weitere Dokumente und kann möglicherweise etwas komplizierter werden. Verschiedene Banken bieten für den täglichen Gebrauch so genannte „Everyday-Accounts“ (entspricht einem Girokonto) mit konfortablem Internetbanking an. Grössere Banken haben den Vorteil, überall Filialen und Bankomate zu haben. Dies sind: ANZ Bank, St. George, National Bank, Commonwealth Bank oder Westpac. Tipp: am besten eignet sich die Westpac, da man hier auch schon vor Abreise bequem von Deutschland aus ein Konto online eröffnen kann und somit deutlich schneller einsatzfähig ist. Mehr Infos zum online Konto der Westpac findest Du: hier

Mehr zu diesem Thema auch im australischen Banken-ABC von Kai.

In Teil 2 dieses Artikels wird die Checkliste in Kürze ergänzt, mit Tipps zu fünf weiteren Themen, mit denen sich Neueinwanderer in Australien befassen müssen :)

    

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Kommentare (+)

Marc Fasel schrieb am 24.01.2011:

Hi Alexandra, danke für die Tipps! Mein Sohn und ich sind gerade unterwegs in Richtung Australien, um uns in Melbourne niederzulassen. Anfang März ist es soweit, bis dahin brauche ich die nächsten fünf Topps :-)

Simon Steinkrueger schrieb am 24.01.2011:

Bzgl. der Wahl eines Mobilfungk-Anbieters fuer Prepaidhandys sollte man sich eher an kleine, speziell an Backpacker gerichtete Anbieter wie z.B. gotalk oder lebara. Ich persoenlich bin bei gotalk und bezahle derzeit 4,5 australische Cent pro Minute nach Deutschland (Festnetz, Handy sind um die 26 Cent), hinzu kommt eine einmalige Flagfall von 30 Cent pro Anruf. D.h eine halbe Stunde telefonieren mit meinen Eltern kostet mich $1,65! Desweiteren bezahlt man fuer eine SMS weltweil 12,5 Cent. Billiger geht der Kontakt nach Hause wohl nicht! Einzige Nachteil sind die Kosten innerhalb Australien: 20 Cent je SMS und genauso 20 Cent die Minute plus 30 Cent Flagfall je Telefonat. Letztendlich hat es sich fuer definitif rentiert, keinen der grossen Anbieter wie Telstra oder Vodafone zu nehmen, da die meisten Kosten durch Anrufe nach Deutschland verursacht werden.
Hoffe ein wenig geholfen zu haben!

Liane Lausch schrieb am 24.01.2011:

lieber simon ,
danke für den tollen tip, wir sind zwar schon guftys, über 65, haben die letzten male zu viel bezahlt.

Hannah Weber schrieb am 20.01.2012:

Ich kann als Mobilfunkanbieter global gossip empfehlen. Da bekommt man für 20 Dollar im Monat (kein Vertrag, man kann Pakete kaufen) 60 Freiminuten, die auch nach Deutschland gültig sind (egal, ob Festnetz oder Handy), 300SMS – auch wieder national und international sowie 250MB Daten für das mobile Internet. Man kann auch für 10 Dollar 1GB Internet buchen oder aber direkt ein kleineres oder größeres Paket nehmen.
Das Ganze ist dann für 30 Tage gültig, bucht man allerdings an Tag 30 ein neues „animal-pack“ kann man verbleibende Minuten, Datenmenge und SMS mit in den nächsten Monat nehmen.

In Bezug auf Banken ist es meiner Meinung nach am Besten schon vorher online sein Konto zu beantragen – bei der nab zB geht das. Man benötigt unter Umständen eine Australische Adresse, die aber nicht unbedingt die eigene sein muss.

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