Wetter-Extremo Northern Territory: wann hinreisen?

Trübe Aussichten – die Kältefront aus dem Osten Europas erwischt uns in diesen Tagen eiskalt. In Australiens Outback-Staat, dem Northern Territory hingegen ist Sommer, der mit atemberaubenden Naturerlebnissen lockt. Wer Abwechslung zur kalten Jahreszeit sucht und Australien etwas anders erleben möchte, kann in nur 16 Flugstunden dem Winter nach Darwin entfliehen.

Das Northern Territory zeichnet sich durch zwei völlig unterschiedliche Klimaregionen aus –  den tropischen Norden und das rote Zentrum. Das Klima im roten Zentrum um Alice Springs und Uluru / Ayers Rock ist wüstenähnlich wie in weiten Teilen Australiens. Im tropischen Norden hingegen liegen die Tagestemperaturen das ganze Jahr über bei circa 30°Grad Celsius. Hier, im sogenannten „Top End“, wird zusätzlich zwischen der Trockenzeit von April bis Oktober und der „Tropical Season“ zwischen November und April unterschieden.

Die „Tropical Season“ ist die Jahreszeit vieler faszinierender Naturschauspiele. Die Natur blüht auf und funkelt in sattem Grün, die Wasserfälle tosen, ruhige Flüsse schwellen bis zu 12 km Breite an und ihr Pegel steigt meterhoch. Und es ist die Zeit der spektakulären tropischen Gewitter, denen der australische Photograph Peter Jarver sogar einen eigenen Bildband widmete.
Bereits ab Mitte Oktober stehen die ersten hohen Gewittertürme über dem Top End.

Wie eine Erlösung mutet es an, wenn nach der langen Trockenzeit der erste Regen im Top End fällt. Wochenlang bauen sich Gewitter während der „Build Up Season“ auf, täglich quellen Gewitterwolken am Himmel hoch, verschwinden jedoch wieder, ohne den langersehnten Regen zu bringen. Und dann endlich öffnet sich der Himmel und es beginnt zu regnen, Blitze zucken durch die Wolkentürme, Gewitter werden ab jetzt zum täglichen Ereignis. Ein tropisches Gewitter wird zu einem Spektakel. In unseren Gefilden kaum vorstellbar, wie groß die Freude darüber sein kann.

Bei den Territorians, den Bewohnern des Outback-Staates, ist diese Zeit jedes Jahr wieder aufs Neue ein einzigartiges Erlebnis. Die „Tropical Season“ ist die Jahreszeit, in der die sie einen Schritt langsamer gehen. Die Atmosphäre im Northern Territory ist ohnehin sehr entspannt und relaxt, aber während der „Tropical Season“ nimmt man hier alles noch ein wenig gelassener.
Die Zeit von November bis April im Top End ist spannend für all jene, die vielleicht schon in Australien waren und auch mal diese Seite kennenlernen möchten, die das Abenteuer suchen, aktiv und naturverbunden sind. Passionierte Fotografen können hier spektakuläre Motive einfangen, denn nirgends auf der Welt leuchten die Farben so intensiv wie jetzt im Northern Territory, es blitzt in Sekundenabständen, der Himmel verfärbt sich dramatisch, der Regen prasselt warm herab.

In einen tropischen Regenguss zu geraten ist ein spannendes Erlebnis, vor allem für uns Europäer. Einen Regenschauer morgens in Darwin auf dem Weg zur Arbeit abbekommen? Nicht weiter schlimm – hier zieht man sich einfach die Schuhe aus, krempelt die Hose hoch, spannt den Schirm auf und setzt seinen Weg ins Büro baren Fußes fort.

Auch bei einem Abendessen an der Wharf in Darwin kann einen ein kurzer, aber kräftiger Schauer überraschen. Über dem Meer braut sich ein Unwetter zusammen. Die Farben sind atemberaubend, der Himmel schwarz, das Meer leuchtend grün. Dann geht es los – die ersten Blitze zucken über dem Meer, die Gäste suchen Unterschlupf unter einem Dach, man plaudert mit den anderen Wartenden und beobachtet das Naturschaupiel. Kurz darauf ist alles vorbei und jeder geht wieder seines Weges.

Während es in den Monaten Mai bis Oktober oft schwer ist, ein Hotelzimmer in Darwin zu ergattern, bieten die Hoteliers in der Nebensaison Besuchern gerne gute Raten. Fälschlicherweise gilt immer noch die weit verbreitete Meinung, dass die Strassen, wie vor einigen Jahren, nicht asphaltiert sind und somit das Top End nicht bereisbar ist.

In den letzten Jahren wurde die touristische Infrastruktur im Northern Territory kontinuierlich verbessert und ist heute sehr gut ausgebaut. Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten sind auch während der „Tropical Season“ über asphaltierte Strassen erreichbar, wie beispielsweise im Kakadu National Park. Der Kakadu National Park steht auf der UNESCO- Liste der Weltkulturerbe und ist ein Naturparadies und Schatzkammer der Aboriginal Kultur. Bekannte Attraktionen wie der Nourlangie Rock oder Yellow Waters können auch während der „Tropical Season“ besucht werden. Für nicht zugängliche Gebiete wie bespielsweise die Jim Jim und Twin Falls sind Rundflüge zu dieser Jahreszeit besonders spektakulär.

    

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