Habt Ihr dieser Tage einmal einen Blick in die lokalen Nachrichten von Sydney geworfen? Und ist Euch dabei aufgefallen, dass sie sich mit Berichten über Messerstechereien, Überfällen und Exkrementen in Speiseeis nur so überschlagen?
Sind es die ersten heißen Tage, die das Temperament der Sydneysider zum Überkochen bringen oder löst die Finanzkrise derart starke Existenzängste bei den Leuten aus, dass ihre Schwelle zur Aggressivität und Gewalt gesenkt ist? Vielleicht liegt es auch nur daran, dass ich früher nie so intensiv die lokalen Nachrichten verfolgt hab, weil sie schon damals neben Klatsch und Tratsch nur über Kriminalität berichteten …?!
Erschreckend ist allerdings, dass eine namhafte Tageszeitung in ihrer letzten Wochenendausgabe ohne Mühe einen 24-Stundenreport über eine Doppelseite hinweg generieren konnte, der sich im Wesentlichen nur um brutale Straftaten drehte.
Ich hab mich eigentlich immer relativ sicher in Sydney gefüllt. Raub und Übergriffe kannte ich auch aus Deutschland, wo ich persönlich schon einige Vandalismus- und Aufbruchschäden meiner KFZ-Versicherung melden musste. Doch in letzter Zeit höre ich in Sydney immer öfter von sehr dreisten Diebstählen und tätlichen Übergriffen auf Personen.
Vor einiger Zeit berichtet mir ein Bekannter, wie ihm seine Wertsachen förmlich vor seiner Nase geklaut wurden. Er hatte ein Bett im Schlafzahl eines Backpacker’s gemietet und da er schon öfter von Diebstählen gehört hatte, schloss er Nachts seinen Laptop mit einem Laptopschloss an seinem Bettgerüst an. Das Mobile und die Papiere verstaute er unter dem Kopfkissen, auf dem er schlief. Leider hatte er nicht mit der Dreistigkeit der Diebe gerechnet. Diese Vorkehrungen und die Anwesenheit der schlafenden Gäste schreckten sie ganz und gar nicht ab.
Ein anderer Freund wurde am Abend, man kann nicht sagen, dass es allzu spät in der Nacht war, in Darlinghurst in Höhe der TAFE von einer Gruppe Jugendlicher ausgeraubt. Er kam relativ “glimpflich” aus der Sache heraus, da er ohne Widerspruch seine Wertsachen hergab. Erschreckend für ihn war jedoch, dass diese “beinahe noch”-Kinder ihn eigentlich nur wegen seiner Zigaretten “bedrängten”. Alles andere gab er freiwillig ab, um sich unbeschadet “freizukaufen”.
… Und auch die Zahl der Drogendelikte muss bereits bedrohlich hoch sein, wenn zu medizinischen Notfällen auf der Oxford Street direkt eine Polizeistreife “eingeladen” wird, um die Taschen des Patienten nach eventuellen Drogen zu durchsuchen. So geschehen vor ein paar Tagen. Wieder einmal staute sich der Verkehr durch Darlinghurst. Nichts ging mehr! Genau wie die übrigen Fahrgäste der Linie 333 scannte auch ich die Umgebung nach etwas Interessanten ab. Nur wenige Meter entfernt fiel mir dabei ein kleinerer Menschenauflauf auf. Eine Frau war zusammengebrochen und schien deutlich verwirrt. Polizei und Notarzt kamen etwa zeitgleich an. Während der Notarzt die Untersuchung der Frau übernahm, widmete sich die Polizei sofort der Durchsuchung der Handtasche. Vom äußeren Anschein der Frau, eine gut gepflegte Mitvierzigerin, hätte ich nicht angenommen, dass sie dort irgendetwas anderes als die Ausweispapiere der Frau hätten finden können, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Es dauerte nicht lang’ und sie beförderten ein kleines Tütchen mit einer unbestimmten Substanz zu Tage.
Habt Ihr auch schon von derartigen Übergriffen und Vorfällen gehört oder sie sogar selbst erlebt, dann solltet Ihr nicht zögern, sie hier zu kommentieren. Vielleicht könnt Ihr dadurch andere auf bestehende Gefahren aufmerksam machen und vor Schaden bewahren!
Chris schrieb am 07.07.2010:
Natürlich gibt es auch in Sydney Kriminalität, es ist ja nun nicht gerade so, dass es dort ein „absolutes“ Paradies ist. Bei einer Stadt dieser Größe gibt es einfach Kriminalität, da kannst du dich noch so sehr auf den Kopf stellen. Natürlich ist Ider-Oberstein wahrscheinlich sicherer als Sydney, aber wir reden hier immerhin noch von einer 3,5-Millionen-Metropole.
Im Vergleich zu deutschen Großstädten ist Sydney sogar um einiges sicherer, und wir Deutschen können uns nun nicht wirklich beklagen im internationalen Vergleich.
Setzt man den Vergleich nun mit Städten wie Johannesburg, Rio, oder Los Angeles an, ist Sydney, wenn kein absolutes, dann aber auf jeden Fall ein Relatives Paradies.
Gruß