Wwoofing Erfahrung auf Rob und Dylans Schweinefarm

Wwoofing auf Rob und Dylan's Schweinefarm

Wie kann ich Land und Leute kennen lernen ohne viel Geld auszugeben? Für viele Backpacker ist die Antwort einfach: WWOOFING.

WWOOFING, eine Art Freiwilligenarbeit, meint arbeiten gegen Unterkunft, Verpflegung und einen Einblick in den australischen Alltag. Meist werden 4-6 Stunden Arbeit pro Tag erwartet. Im Gegenzug gibt es neben Unterkunft und Essen oft auch tolle Tipps, Freizeitangebote und nicht zuletzt die Möglichkeit sein Englisch zu verbessern.

WWOOF.com

WWOOF ist eine Organisation, die freiwillige Helfer für ökologische Bauernhöfe vermittelt und bedeutet: „Willing Workers on Organic Farms“. Die Organisation wurde 1971 in England ins Leben gerufen und ist mittlerweile in über 100 Ländern verbreitet.

WWOOFER kann grundsätzlich jeder werden. In Australien wird dafür kein Working Holiday Visum benötigt, es gibt keine Altersbeschränkung und es werden keine Vorkenntnisse erwartet. Die Mitgliedschaft kostet 70 AUD pro Person. Dafür erhält man ein Buch mit Farmkontakten, das gleichzeitig als Mitgliedsausweis dient und hat Zugang zu einer online Datenbank, die alle registrierten Hosts enthält. Das Buch wird zweimal pro Jahr neu gedruckt (Januar und Juli). Zudem ist in der Mitgliedschaft eine Unfallversicherung mit einer kleinen Deckungssumme (10.000 AUD) enthalten, für Unfälle die während dem Arbeiten auf einer WWOOFING-Farm passieren.
Wer sich für einen WWOOF-Host entschieden hat, sollte sich einige Tage im Voraus melden um zu erfahren, ob für den gewünschten Zeitraum ein Platz frei ist.

Helpx.net

Die kostengünstigere Alternative hierzu ist helpx.net. Im Gegensatz zu WWOOF.com funktioniert Helpx.net komplett online. Hosts und Helper erstellen beide ein Profil, welches nach dem Aufenthalt bewertet werden kann. Eine kostenlose Mitgliedschaft ist möglich. Allerdings gibt es einige Einschränkungen: Der Helper kann nicht das komplette Profil der Hosts lesen und sie nicht direkt kontaktieren, kann aber von Hosts gefunden und kontaktiert werden. Die volle Mitgliedschaft kostet 20 Euro für 2 Jahre und hierbei es ist möglich sich als Paar zu registrieren. Während auf WWOOF.com vor allem biologische Bauernhöfe nach WWOOFERN suchen, sind auf Helpx.net vor allem eher kleine Farmen oder andere Projekte, bei denen Hilfe benötigt wird, zu finden.

Wer die Gebühren dieser Portale scheut, kann auch über Gumtree.com.au sein Glück versuchen. Hier ist aber Vorsicht vor unseriösen Angeboten geboten!

Was mir persönlich am WWOOFEN am meisten reizt ist das „Was wäre wenn…“. Hat nicht jeder als Kind davon geträumt auf einer Farm zu leben oder fragt sich manchmal „Wie wäre mein Leben, wenn ich etwas komplett anderes tun würde? Wie würde es mir gefallen zum Beispiel im Outback zu leben, in einem Zoo zu wohnen, in einem Schloss zu leben oder ein Bed and Breakfast zu besitzen?“
Mit WWOOFING kann man all diese Ideen ausprobieren und für eine paar Tage oder Wochen in ein anderes Leben schlüpfen. Hört sich nach einer super Erfahrung an, aber wie sieht die Realität aus? Das wollten wir testen!

Wir haben uns aufgrund der niedrigeren Anmeldegebühr und des Online-Portals für helpx.net entschieden. Für unsere erste Erfahrung mit Helpx.net suchten wir uns eine Host-Familie aus, die sehr viele gute Bewertungen hat und uns auf Anhieb sympathisch war. Die Wahl fiel auf Rob und Dylan in der Nähe von Bundaberg.

Rob und Dylan – ziemlich beste mates

Rob und Dylan sind 2007 aus Melbourne nach Queensland gezogen und verwirklichen sich hier ihren Traum von einer eigenen Schweinefarm. Die beiden Freunde kauften sich ein Stück Land und haben in den letzten 7 Jahren eigenhändig ein Haus, mehrere Scheunen, ein Häuschen für Backpacker und eine Zucht seltener Schweine („Berkshire“ und „All Black“) aufgebaut. Das besondere hierbei: Dylan sitzt seit seinem elften Lebensjahr im Rollstuhl und Rob ist bereits 63 Jahre alt.

Wwoofing-Erfahrungen auf Rob und Dylans SchweinefarmEin typischer Tag mit Rob und Dylan beginnt mit einer Tasse Kaffee auf der Veranda. Von 9 bis 13 Uhr wird dann unter Dylans Anleitung gearbeitet. Mit seinem „Outdoor-Rollstuhl“ flitzt Dylan über den Hof und erklärt geduldig und mit sehr viel Fachwissen die einzelnen Aufgaben und Handgriffe. Zeit für Fragen, Geschichten oder einfach nur zum Quatschen ist aber trotzdem immer.
Die Aufgaben variieren mit den zahlreichen Projekten der Beiden. In unserer Woche standen Wasser- und Stromleitungen verlegen, Schweinegehege ausmisten, Schweine füttern, Zementieren, Schuppen aufräumen und jede Menge Schaufeln auf dem Programm. Die Arbeit ist körperlich anstrengend, aber nicht zu hart. Ich habe es sehr genossen nach dem vielen Autofahren in den letzten Wochen meine Muskeln mal wieder zu benutzen.

Der Arbeitstag wird gegen 11 Uhr vom Morning-Tea unterbrochen und nach Feierabend um 13 Uhr wartet Rob schon mit einem leckeren Lunch in der Küche. Das Essen ist allgemein sehr gut, denn Rob ist ein ausgezeichneter Koch und zaubert zu jeder Mahlzeit Köstlichkeiten rund ums Schwein auf den Tisch – Vegetarier sollte man hier allerdings nicht sein.

In unserer Freizeit haben wir uns sehr viel mit Rob und Dylan unterhalten. Die Beiden wissen viel über die Geschichte Australiens und seine Bewohner zu erzählen. Zu unserer großen Freude durften wir aber auch das Quad ausprobieren und am Sonntag, unserem freien Tag, haben wir eine Kanutour auf dem nahegelegenen Baffle Creek unternommen.

Schon nach einer Woche auf der Farm fühlten wir uns wie ein Teil der Familie. Für mich war unser erstes WWOOFING-Abenteuer eine unvergessliche Erfahrung und eine tolle Möglichkeit mehr über Australien zu lernen. Wir sind gespannt auf mehr und stehen schon mit unserer nächsten Host-Familie in Kontakt.

JKreischerIcon

es schreibt: Australien-Bloggerin J. Kreischer

    

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Kommentare (+)

Matthias schrieb am 19.08.2014:

Danke für den Bericht – hat mir gut gefallen!
Interessant für mich wäre, ob WOOFING auch mit Familie (2 Kinder) funktioniert. Hat da schon jemand Erfahrungen sammeln können?

Jacqueline schrieb am 19.08.2014:

Hi Matthias,
Ja, das geht durchaus. Es gibt einige Wwoofing Farmen, die mehrere Personen zugleich aufnehmen. Wenn man Glück hat auch gleich zu viert, also Eltern + Kinder. Da die Kinder ja nicht mit anpacken können, aber trotzdem Kost und Logis frei haben, ist das natürlich nicht ganz so leicht zu finden, wie eine einzelne Stelle. Aber wenn man ein bisschen sucht, geht das :)
Toll übrigens, wie Rob und Dylan das meistern, finde ich sehr bewundernswert!

Karin schrieb am 06.09.2014:

Hi !
Der Bericht ist absolut super und diese Farm wirkt sehr ansprechend! Ich werde ab dem 18 Februar 2 Monate in Australien verbringen und mit woofen bisschen auf mein Budget achten ! ich würde gerne während meiner Zeit ca. 2 mal für jeweils ein paar Tage woofen ! Meine Frage: gibt es denn auch Farmen an der ostküste die nicht so weit weg von den Städten sind ? Ich meine nicht nur die großen Städte.. Ich würde gerne eine Farm finden bei der ich vll auch am Nachmittag/Abend die Gegend erkunden kann! Und daher suche ich eine Farm die nicht zu weit weg vom Schuss ist ! Gibt es denn solche Farmen ??!Und hat woofen viel mit Glück zu tun? Also dass man nette Hosts kennen lernt! Vielen Dank !

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