Sydney als Kreuzfahrtziel / Landgang an einem Tag

Sydney Harbour Bridge
Wer nur Zeit für einen einzigen Tag in Sydney Landgang hat – und so ergeht es ja vielen Kreuz-fahrern, die hier anlegen – kann einem erstmal aufrichtig leidtun. Kaum spazieren die Urlauber an einem der Hotspots der City von Bord – nämlich genau zwischen dem Opernhaus und der Har-bour Bridge – werden sie schnell feststellen, dass ein Tag viel zu kurz ist, um diese wunderschö-ne Stadt kennenzulernen. Immerhin können sie vom Cruise Terminal schon mal einige Highlights schnell und einfach zu Fuß erkunden, was schon mal eine Menge ist!

Sydney Opera House und Harbour Bridge

Nur ein paar Schritte und sie stehen vor der Oper. Das Sydney Opera House ist nicht nur eines der Wahrzeichen von ganz Australien, sondern auch eines der größten Kulturzentren der Welt. Mehr als eineinhalb Millionen Fliesen auf der Fassade reflektieren das Licht. Der Architekt Louis Kahn war bei diesem Anblick wohl völlig geflasht und soll gesagt haben: „Die Sonne wusste nicht, wie wunderschön ihr Licht war, bis es von diesem Gebäude widergespiegelt wurde.“ Jedes Jahr strömen rund vier Millionen Besucher zu den etwa 2500 Aufführungen. Im Rahmen des Sydney Festivals finden gelegentlich sogar kostenlose Konzerte statt. Führungen sind regelmäßig möglich.
Von der Oper aus lässt sich ein tolles Foto von der Harbour Bridge machen. Hättest du gewusst, dass Paul Hogan, der Schauspieler, der als Crocodile Dundee weltberühmt wurde, als junger Kerl zu den Arbeitern gehörte, die als Monteure auf der Brücke schufteten? – Wer möchte, kann die Harbour Bridge kostenlos zu Fuß entlanggehen. Mutige klettern bis zu den beiden Australien-Flaggen hinauf. Das Vergnügen kostet allerdings um die hundert Euro und wahrscheinlich eini-ges an Nerven, genannt wird es Sydney Bridge Climb.

Kängurus in Sydney?

Wer von Australien lediglich Sydney sieht und unbedingt Kängurus begegnen möchte, wird we-nig Glück in den Straßenschluchten der 5-Millionen-Metropole haben. Außer, er geht in den Sydney Wild Life Zoo direkt am Hafen (Eintritt ca. 36 Euro). Klar: Hier gibt’s natürlich nicht nur Kängurus, man kann auch Koalas füttern, Krokodile bewundern, bunte Schmetterlinge sehen und Vorträge von Tier-pflegern lauschen.

Unterwegs mit der Opal Card

Um einen Überblick über die Stadt zu bekommen, eignet sich wie überall auf der Welt auch ei-ne Hop-on-hop-off Bus-Tour. Sie kostet ca. 50 australische Dollar für 24 Stunden Gültigkeit. Eine Haltestelle befindet sich ebenfalls am Hafen. Wer es individueller liebt, kauft sich eine Opal Card, die für Bahnen, Busse und die Fähren gilt, die am Hafen (Circular Quai) an- und ablegen. Die Sache mit der Opal Card ist kinderleicht. Man lädt die Karte mit einer bestimmten Summe auf, checkt dann einfach mit ihr ein und wieder aus und fährt, wohin man möchte.

Manly oder Bondi Beach?

Strand-Enthusiasten haben am Circular Quai die Qual der Wahl. Sie können (mit ihrer Opal Card) zum Beispiel mit dem Bus der Linie 333 direkt zum weltberühmten Bondi Beach fahren und dort selbst mal einen Anfängerkurs im Surfen belegen. Oder sich die durchtrainierten Strandschönheiten – weiblichen wie männlichen Geschlechts – angucken.
Mein Tipp: Fahrt mit der Fähre hinüber nach Manly. Der dortige Strand ist zwar nicht sooo be-kannt wie Bondi Beach, aber ich finde ihn tatsächlich noch schöner. Die Fähre dauert etwa 30 Minuten und kostet 14 Dollar hin und zurück.

The Rocks Museum, Sydney

Zu Fuß durch The Rocks

Zu Fuß können Kreuzfahrer direkt vom Cruise Terminal den Stadtteil The Rocks erkunden und lernen dabei das historische Sydney kennen. Denn The Rocks ist der Stadtteil, in dem alles begann. Hier gründeten die Leute der „First Fleet“ 1788 die erste europäische Niederlassung Australiens. Der Name des Viertels stammt von den Sandsteinfelsen, auf denen die ersten Häu-ser erbaut wurden. In der damals ziemlich ärmlichen Gegend lebten vor allem Hafenarbeiter, Matrosen, Prostituierte und Gangster. Spannende Geschichten aus der Vergangenheit liegen hier quasi auf der Straße und einigen von ihnen begegnet man bei den geführten „The Rocks Geister-touren“, die hier angeboten werden.
Meine persönliche Empfehlung ist allerdings das „The Rocks Discovery Museum“ in der Kendall Lane. Es hat täglich von zehn bis 17 Uhr geöffnet (freier Eintritt!) und erzählt vom Leben der einstigen Bewohner von The Rocks. Nach dem Museumsbesuch kann man dann noch durch die Souvenirläden und Kunstgalerien bummeln und entspannt einen kleinen Drink in den ältesten Pubs von Sydney nehmen.

Für Naturfreaks: der Botanische Garten

Ebenfalls schnell zu Fuß erreicht ist der Royal Botanic Garden (ebenfalls freier Eintritt!). Hier gibt’s nicht nur Blumen in Hülle und Fülle, sondern auch Einblicke in das Leben der Aborigines. Jeden Mittwoch, Freitag und Samstag werden von zehn bis 11.30 Uhr Führungen mit einem Aborigine angeboten (ca. 25 Euro). Man geht durch den Park, lauscht den Stories über das Leben der Ureinwohner und probiert selbst einige Spezialitäten vom Wegesrand, richtiges „Buschfood“ eben. Direkt im Garten befindet sich das prächtige Government House, in dem man an einer kostenlosen Tour teilnehmen kann. Immer noch im Park bin ich auch zu Mrs. Macquaries Stuhl marschiert. Dabei handelt es sich um eine in den Felsen gehauene Sitzbank, die heute meist von Touris fürs unvermeidliche Gruppenfoto in Beschlag genommen wird. 1810 mussten Sträflinge den „Felsenstuhl“ für Elizabeth Macquarie in feinster Kleinarbeit heraus meißeln. Die Ehefrau des damaligen Gouverneurs von New South Wales liebte es, dort zu sitzen und den Schiffen bei der Einfahrt in den Hafen zuzusehen.

Sydney Forgotten Songs

Stadtführung mit einem Local

Zugegeben: Australien ist für uns Europäer manchmal ganz schön teuer. Umso erfreulicher, dass es in Sydney eine dreistündige Stadtführung von Einheimischen gibt, die total kostenlos an
geboten wird (Trinkgelder sind allerdings erwünscht). Eine Überraschung erwartete uns am Angel Place mitten in einem betongrauen Geschäftsviertel von Sydney. In einer kleinen Neben-straße schaukelten dort über hundert leere Vogelkäfige über unseren Köpfen. Während wir die Straße entlangliefen, hörten wir den Gesang der Vögel (vom Band), die einst hier lebten und dann nach und nach aus der Stadt verschwanden. Das Projekt heißt sinnigerweise „Forgotten Songs“. Je nach Tageszeit hört man andere Vogelstimmen. Abends singen die nachtaktiven Vö-gel und zum Sonnenaufgang zwitschert es dann aus vielen Kehlen – und aus leeren Käfigen …
Die Stadtführung findet jeden Tag statt und beginnt jeweils um 10.30 Uhr und 14.30 Uhr di-rekt neben St. Andrews Cathedral in der George Street. Man geht einfach hin, nimmt teil und wird es nicht bereuen (www.imfree.com.au). Allerdings wird man nach dieser Tour einmal mehr feststellen: Sydney an einem Tag – das ist einfach viel zu kurz.

Text & Fotos: Susanne Müller

Die Reisejournalistin und Bloggerin Susanne Müller ist ein absoluter Australien-Fan und jetzt auch Teil des Australien-Blogger Autoren-Boards. Unter ihrem Pseudonym Susan de Winter hat sie bisher zwei erfolgreiche Australien-Romane bei Amazon veröffentlicht: „Der Stein der Schildkröte“ und „Das Geheimnis der Traumzeit“

    

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