Schlimmste Buschbraende in Australien seit mehr als 100 Jahren

Ich glaube die Ueberschrift ist fuer euch nicht mehr wirklich neu. In allen Nachrichten wird von den Buschbraenden in Australien berichtet. Bilder und Videos gibt es ueberall im Netz. Ich dachte aber, ich gebe euch mal eine persoenliche Zusammenfassung davon, was hier in den letzten Tagen so alles passiert ist und wie die Australier damit umgehen.

Qualm auf dem Flughafen in MelbourneWie in meinem Blogeintrag bereits erwaehnt, war der vergangene Samstag der heisseste Tag Melbournes – seit Aufzeichnung. Was noch relativ harmlos begann, entwickelte sich im Laufe des Mittags zum Chaos. Die Kombination aus unertraeglich heisser Luft und starken Sturmboeen waren die perfekte Grundlage fuer eine schnelle Ausbreitung der Buschbraende. Sogar hier in der City in Melbourne stand die Luft quasi unter Strom. Die Stadt war fast wie ausgestorben, erneut haben Klimaanlagen und oeffentliche Verkehrsmittel versagt. Am Montag lag ueber manchen Stadtvierteln der Qualmgeruch.

Als ich Mittags hoerte, dass es mehrere schlimme Buschfeuer im Norden Victorias gab, dachte ich mir schon, dass das nicht gut gehen kann. Dass es bis zum Abend allerdings solche Ausmasse annehmen wuerde, hatte ich mir nich vorgestellt. Innerhalb weniger Stunden entwickelten sich ueber 400 bushfire zu Flaechenbraenden, die locker die Groesse vom Saarland und sogar Hessen hatten. Ganze Ortschaften wurden komplett dem Erdboden gleich gemacht und der letzte Stand an bestaetigten Todesopfern war heute Abend 184 (man schaetzt doppelt so viele) mit einigen Tausenden Haeusern komplett zerstoert. In den Nachrichten kann man Amateur-Videos sehen, die zeigen wie sich das Feuer wie eine Flutwelle innerhalb weniger Sekunden ueber komplette Felder, Waelder und Ortschaften ausbreitet. Das war echt furcheinfloessend! Sogar mit einem schnellen Auto und freien Strassen hatte man da keine Chance mehr!

Abgesehen von der ueberwaeltigenden internationalen Reaktion gehen die Australier hier im Lande echt ganz ruehrend damit um. Es gibt kein Verein, keine Firma, Organisation, Schule oder Gruppe, die sich nicht fuer die Opfer einsetzt. Viele meiner Freunde haben schon heute fund raiser in den Firmen, in denen sie arbeiten, abgehalten. Die Kumpels mit denen ich momentan wohne sind mit ihrer Band auf mehrer Benefiz-Konzerten eingeladen worden. Die groesste Supermarkt-Kette Coles wird alle Einnahmen des letzten Freitags an den bushfire victims relief fund spenden und auch jede australische Bank hat bereits mind. 1 Mio Dollar freiwillig zur Verfuegung gestellt. Die australische Version des deutschen Karstadts David Jones hat schon mehrere Hunderttausende Dollar versprochen und das australische Cricket Team fuehrt mit einer $300.000 Spende momentan die Liste der spendenden Sport-Vereine an. (mehr hier)

In den Social Networks wie Facebook, Twitter usw., in denen ich teilweise auch aus beruflichen Gruenden akiv bin, geht es um nichts anderes mehr. Grosse und kleine Website spenden ihre Gewinne an die Hilfskonten. Ganz abgesehen von finanzieller Hilfe kleben seit gestern in unserem Apartment-Komplex ueberall Zettel an den Tueren, ob man doch noch halbwegs hochwertige Kleidung, Schuhe und andere alltaegliche Utensilien stiften koennte.

Fuer die Medien ist das Ganze natuerlich ein gefundenes Fressen und ich finde es mal wieder total unertraeglich, wie die Billig-Presse die Emotionen der Menschen vor Ort ausnutzt, um die Sensationsgeilheit der Leute hier zu befriedigen.

Grundsaetzlich aber muss ich sagen, dass ich ganz schon ueberwaeltigt bin von der Reaktion der Menschen um mich herum. Es wird garnicht so viel gejammert, sondern eher die Situation als schlimm (verdammt schlimm) akzeptiert und nach Optionen zur Hilfe gesucht. Und diese Optionen sind ja wie gerade beschrieben mehr als vorhanden.

Gerade als Deutscher habe ich ja ein Problem mit Nationalstolz. Aber auch wenn ich erst seit einem Jahr offiziell australischer permanent resident bin, macht mich dieses Gefuehl der Zusammengehoerigkeit irgendwie ein klein wenig stolz. Komisch, oder? Ich sage nicht, dass das in Deutschland nicht so waere, gaebe es eine aehnlich schlimme Katastrophe, aber die proaktive Haltung aller (jung, alt, arm, reich, promi oder unbekannt) hat mich doch irgendwie zum Nachdenken angeregt.

Falls von euch auch jemand helfen moechte, kann er/sie dies am besten durch eine Geldspende ans Rote Kreuz Australien tun.

Update: beim Big Picture Blog gibt es einige sehr schockierend eindrucksvolle Bilder der Braende.

    

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