Der Weg ist das Ziel – Mein Aufbruch nach Australien

09.11.2017 Autor: - in Reisen & Tours, Top - 2 Kommentare

Sonntagmorgen 7 Uhr der Wecker klingelt. Ja endlich, es ist soweit: nach mehr als 3 Monaten des Wartens geht es heute endlich los. Einmal Frankfurt-Seoul-Sydney. Ich hoffe, dass diejenigen, die diese Reise noch vor sich haben, ein paar Einblicke gewinnen können.

Sydney aus der LuftMein Fehler am Morgen der Abreise ist, dass ich noch ein paar letzte Kleinigkeiten einpacken will. Natürlich – wie soll es anders sein – finde ich sie nicht. Egal, locker bleiben, ich habe ja noch genug Zeit. Um 19 Uhr geht erst mein Flieger.  Meine Mutter wollte um 10 Uhr bei mir sein, um mich zum Flughafen Frankfurt zu bringen. Dies sind ca. 350 km. Natürlich werde ich nicht pünktlich fertig und wir brechen erst um 11 Uhr auf. Aber keine Panik, es sind ja noch 8 Stunden bis zum Take off.

Ich steige voller Vorfreude ins Auto und los geht es Richtung Frankfurt. Im Auto gehe ich alles nochmal durch: Habe ich sicher alles dabei? Pass, Visum, Flugticket. Wie unter Zwangsneurosen kontrolliere ich alles viermal. Sicher ist sicher. So kurz vor dem Ziel jetzt keinen Fehler begehen. Was ich natürlich nicht bedachte habe ist, dass es seit dem Konjunkturpaket gefühlte 1 Million Baustellen in Deutschland gibt und wir natürlich an der Hälfte davon Vorbeifahren, aber nicht ohne im Stau zu stehen. So kann es dann passieren, dass man für 350 km über 5 Stunden braucht. Aber kein Problem das mich aus der Ruhe bringt. Da ich vorsichtig war und genug Zeit einkalkuliert habe, sind wir trotzdem noch rechtzeitig am Flughafen.

Nun ist es soweit, es gibt kein Zurück mehr. Ich fühle es, die große weite Welt ruft mich. Ich soll sie entdecken. Meine Gefühlslage ist seltsam gespalten: Einerseits ist meine Mutter tieftraurig und hat Tränen in den Augen, was mich nicht ruhig lässt, andererseits die Freude, dass es endlich losgeht.

Muede im FlugzeugEingecheckt ist nach kurzer Wartezeit schnell. Jetzt noch vor dem Flug schnell fünf Zigaretten rauchen, denn ab jetzt heißt es zwölf Stunden lang „No Smoking“. Außerdem beruhigt Rauchen nervöse Nerven.

Als ich im Flugzeug sitze und ein letzes Mal Deutschland von oben anschaue, ist mir klar, dass ich dies jetzt alles lange nicht sehen werde. Aber ich werde von Deutschland außer Familie und meinen Freunden nicht viel vermissen.

Im Flugzeug werde ich gemästet. Ich habe das Gefühl, es wird ständig Essen ausgegeben.  An Schlaf ist im Flugzeug nicht zu denken. Aber nicht weil ich zu aufgeregt bin. Normalität ist jetzt wieder eingekehrt, denn ich bin Unterwegs und die Gewissheit, dass ich bald in Australien bin ist nun da. Es ist einfach zu unbequem um zu schlafen. Man bekommt Schmerzen am Hintern, der Hals wird steif und die Füße schmerzen. Egal also kein Schlaf.

In Seoul sitze ich wegen der Zwischenlandung acht Stunden fest. Die ersten 4 Stunden vergehen schnell. Ein paar Duty Free Shops besuchen, im Internet ein paar Leuten geschrieben. Aber nun schlägt die Müdigkeit zu. Ich kann meine Augen kaum noch offenhalten. Hier ist nun schon Montagabend, mein Flug von Seoul nach Sydney geht um 20:30 Uhr Ortszeit. Wenn ich jetzt einschlafe, verpasse ich womöglich noch meinen Anschlussflug. Also ist schlafen keine gute Idee. Nun ist die Vorfreude auf den Flug größer als auf Australien, hier werde ich 100 prozentig schlafen. Diesmal kann mich nichts daran hindern.

Bald ueber australischem Boden!Wieder im Flugzeug gibt es zum gefühlten zwanzigsten Mal essen. Egal jetzt nur noch schlafen. Als ich wieder aufwache bin ich topfit. Ich schaue auf die Uhr, wieviel habe ich wohl von dem elf Stunden Flug verschlafen, fünf Stunden oder sechs Stunden sogar? Schock, nur 30 Minuten. Verzweifelt versuche ich erneut einzuschlafen aber alle Anstrengungen sind vergebens.

Langsam erahne ich, was diese Reise für eine Anstrengung wird. Aber alles geht vorbei. Nach insgesamt 23 Stunden Flugzeit betrete ich Dienstag, um acht Uhr morgens Ortszeit, dass gelobte Land. Wie viele vor mir fühlten wohl auch schon so?

Jetzt noch einmal zwölf Stunden schlaflos aushalten, denn wenn ich jetzt schlafen gehe, wird das mit der Zeitumstellung die nächsten Tage nichts. Also jetzt ab, erst einmal ein Hostel suchen…

    

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Kommentare (+)

Babel schrieb am 26.10.2009:

„letzes“ <– +T
sry 🙂

netter artikel!

Connie schrieb am 27.10.2009:

G’day Mario,
ich kann es kaum fassen – deine Story hört sich so sehr nach meiner eigenen an. Ich habe das Ganze im Januar 2005 erlebt. (Januar = Hochsommer = kein Bett, außer in Kings Cross 😉 )

Gehe davon aus, dass du noch in Oz bist. Ich wünsche dir von Herzen eine schöne Zeit. Genieß jeden Tag, es wird dir fehlen wenn du zurück bist…

Und schreib noch mehr deiner Anekdoten. Es ist herrlich deine Worte zu lesen!!!

Die liebsten Grüße
Connie

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