Die 10-Punkte Checkliste für Australien-Neuankömmlinge (Teil 2)

Eine australische Handynummer, Internetverbindung, eine Steuernummer, Medicare und ein lokales Bankkonto haben wir im ersten Teil bereits organisiert. Beste Voraussetzungen für die fünf weiteren Punkte, die einem Neueinwanderer in Australien bevorstehen.

6. Wohnungssuche

Für viele Neueinwanderer, besonders wenn sie noch keinen Arbeitgeber in Australien haben, ist der erste Aufenthaltsort nur temporär, zum Beispiel in einem Hotel oder möblierten Apartment. Natürlich kann man schon im Vorfeld Seiten wie realestate.com.au oder domain.com.au studieren, um eine Idee von Preisen zu bekommen, sich durch die Bilder der Objekte zu klicken und ein wenig vom neuen Zuhause zu träumen.

In Australien angekommen, kann dieser Traum aber schnell zum Alptraum werden, sofern man nicht genug Zeit in der temporären Unterkunft eingerechnet hat. Besonders in weitläufigen Grossstädten braucht es neben den vielen neuen Eindrücken sehr viel Zeit und Energie, die unzähligen Stadteile zu erkunden. Möchte man nahe am Zentrum oder nahe am Strand wohnen, wo sind öffentlcihe Verkehrsmittel, wo Supermärkte, wo kann man sich überhaupt eine Wohnung leisten? Je grösser die Stadt, umso mehr Möglichkeiten gibt es. Wer für alles offen ist, hat die Qual der Wahl. Wo es wie viele andere Wohnungsinteressenten hat und wo man was für sein Geld bekommt, spürt man gerade in Grossstädten ebenfalls meist erst vor Ort. Die Realität einer Wohnung oder einer Gegend ist zudem oft anders, als die im Internet so schön aufbereiteten Bilder. Dies sollte man nicht unterschätzen.

Mieten ist in Australien wenig verbreitet, freie Mietobjekte rar und die Immobilien- und Mietpreise (vor allem in grösseren Städten) haben sich in den letzten Jahren teilweise mehr als vervierfacht(!). Doch wer genug Zeit und Geduld mitbringt und auch mal einen Ruhetag einlegt, wird sicher nach einigen Wochen fündig werden. Um sich auf eine Wohnung zu bewerben sind neben den Pass- und Visadokumenten alle schon vorhandenen australischen Karten für den Identitätscheck (Medicarekarte, Bankkarte, evtl. australischer Führerschein) übrigens sehr von Vorteil. Auch Referenzen (in Englisch) von ehemaligen Vermietern in Deutschland, der temporären Unterkunft, des (zukünftigen) Arbeitgebers oder der Bank werden gefragt sein. Man muss nachweisen, dass man die Miete in der Vergangenheit immer pünktlich bezahlt hat und auch jetzt genug Geld oder ein regelmässiges Einkommen besitzt. Unter dem Stichwort „Mieten“ gibt’s zu diesem Thema diverse vertiefte Artikel auf Australien-Blogger (beispielsweise „Wie du deine Traumwohnung in Australien findest und auch bekommst…“ oder „Wie finde ich eine Wohnung in Sydney“ oder „Websites zur Wohnungssuche in Australien“.

7. Centrelink und Jobsuche

Die Einwanderungsbehörde empfielt, sich bald nach der Ankunft bei Centrelink zu registrieren. Centrelink ist Australiens staatliche Anlaufstelle für sämtliche Sozialleistungen wie beispielsweise Arbeitslosengeld, Elterngeld, Altersrente, Invalidenrente und so weiter und kann bei Problemen finanzieller oder gesundheitlicher Art helfen oder zumindest Kontakte vermitteln. Aber Achtung: Nur Australier und Halter einer Daueraufenthaltsgenehmigung haben in der Regel Anspruch auf Arbeitslosengeld oder sonstige Zahlungen von Centrelink. Die Wartezeit für diese ohnehin ziemlich schlechten Leistungen beträgt aber selbst für Permanent Residents zwei Jahre. Weitere Infos zu diesen Wartezeiten hier.

Centrelink verweist neu eingewanderte Jobsuchende an „Job Services Australia“, einer ebenfalls staatlichen Agentur, die helfen soll, einen Job zu finden. Man darf die dortige Infrastruktur (Internet, Fax, Telefon) nutzen und erhält Zugriff auf die leider nicht gerade benutzerfreundliche Website jobsearch.gov.au, wo man sich aber (bei vorhandenem Internetanschluss) problemlos auch selbst von Zuhause aus registrieren kann. Da man keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld hat, muss man auch keine Rechenschaft ablegen, in welchem Zeitraum man sich wo oder wie oft beworben hat. Die Hilfe dieser Agentur hält sich also in Grenzen und man sollte sich keinesfalls darauf verlassen.

Lokalzeitungen und Seiten wie adzuna.com.au oder seek.com.au bieten nicht nur täglich aktuelle Jobinserate sondern auch Tipps rund um die Karriere in Australien und Muster für den in Australien übliche Lebenslauf und Coverletter. Besonders empfehlenswert für alles rund um Beruf und Weiterbildung sowie Beispiele von Coverletters und Lebensläufen für sämtliche Berufsgattungen ist auch careerfaqs.com.au.

8. Neuer Hausstand

Wer keinen Container gemietet hat, wird sich nach dem Einzug ins neue Heim um die wichtigsten Dinge kümmern müssen. In Australien ist die Küche immer eingebaut, Kühlschrank und Waschmaschine müssen jedoch selber organisiert werden. Dies und sämtliche andere Möbel findet man gebraucht zum Beispiel auf Ebay oder GumTree. Wer Neues bevorzugt, findet in Läden wie GoodGuys oder BingLee gute Angebote für sämtliche elektronische Geräte rund ums neue Heim. Kein Geheimnis in diesen Geschäften ist, dass die Preise immer verhandelbar sind und man unbedingt nach einem Rabatt fragen sollte. Nicht verhandelbar und teurer als in Europa sind die Preise in der australischen Ikea. Trotzdem ist die Ikea was Preis und Leistung betrifft immer noch sehr günstig und die Möbel sind für alle, die es modern mögen schöner als die teuren, dunklen Holzmöbel, die man in vielen australischen Geschäften antrifft. Auch ganze Geschirr- und Pfannensets bietet die Ikea an. Diese kleineren Dinge sind jedoch in den in Australien weit verbreiteten „Schnäppchenläden“ wie GoLo oder auch Reject Shop meist noch billiger. Ebenfalls verbreitet für Kleinmöbel und Dinge rund ums Wohnen (z.B. Handtücher, Bettwäsche) ist Kmart. Alle begabten Heimwerker und Gartenfreunde werden beispielsweise im Bunnings fündig.

9. Führerschein

Halter einer Daueraufenthaltsgenehmigung müssen ihren internationalen Führerschein bzw. ihren Deutschen Führerschein mit englischer Übersetzung drei Monate nach Ankunft in Australien auf einen australischen Führerschein umschreiben lassen (für Westaustralien und Tasmanien beginnt diese Dreimonatsfrist bereits ab dem Datum, an dem das Visum bewilligt wurde). Ob man gar keinen Test, nur noch einen Sehtest (direkt auf der Behörde) oder gar einen praktischen und/oder theoretischen Test absoliveren muss, ist je nach Bundesstaat unterschiedlich. Diese Tabelle zeigt die im jeweiligen Bundesstaat zuständige Behörde. Am Besten man sucht die nächst gelegene Stelle heraus und besucht diese vor Ort. Unbedingt mitbringen sollte man Pass- und Visadokumente, einen Wohnsitznachweis in Australien (Bankauszug, Stromrechung, Miet- oder Kaufvertrag mit Name und australischer Adresse) sowie Medicare- und australische Bankkarte. Achtung, es lohnt sich, sich im Vorfeld zu informieren, was für die persönliche Situation zutreffend ist, da manche Beamte in Australien schlechter informiert sind als die Kunden (diese Erfahrung machte jedenfalls ich persönlich).

10. Englischkurse

Neueinwanderer mit keinen oder sehr schlechten Englischkenntnissen haben möglicherweise Anspruch auf bis zu 510 Stunden kostenlose Englischkurse durch das so genannte „Adult Migrant English Program“. Man muss sich jedoch sehr bald nach der Einreise anmelden und innerhalb eines Jahres mit den Kursen beginnen, sonst verfällt der Anspruch. Das Angebot an verschiedenen Kursen für diverse Niveaus ist gross und auf den ersten Blick ziemlich verwirrend. Wer nicht weiss, ob er berechtig ist oder nicht, meldet sich am Besten direkt bei einem Anbieter in seiner Nähe. Eine Übersicht bietet folgende Seite. Wer bei Centrelink als Jobsuchend registriert ist und weitere Kriterien erfüllt hat eventuell auch Anspruch auf das Language, Literacy and Numeracy Program, wo neben der Sprache auch nochmals Mathematik in Englisch ein Thema ist.

Natürlich ist es individuell und hängt von Visumsart sowie der persönlicher und familiärer Situation ab, welche Dinge nach der Ankunft in Australien Priorität haben. Sehr empfehlenswert und umfassend ist das „Beginning a Life in Australia“-Booklet vom Department of Immigration and Citizenship, das fast alles, was Neuankömmlinge wissen müssen, verständlich erklärt. Es kann hier in Englisch oder Deutsch heruntergeladen werden.

Trotz gutem oder verbessertem Englisch darf man offizielle Dokumente natürlich nicht einfach selbst übersetzen. Hierzu benötigt es einen offiziell dafür zugelassenen Übersetzer. Eine Übersicht an Übersetzern, die wir empfehlen können, findest du hier: Übersetzer-Empfehlungen

    

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Kommentare (+)

Florian schrieb am 02.02.2011:

Zu Punkt 6, der Wohnungssuche, kann ich sagen, dass es unter Umständen gar nicht mal so lange dauern muss. Wir waren in Brisbane und hatten nach 2 Wochen schon eine feste Wohnung. Vorsicht ist nur geboten, weil die Bilder, die man im Internet findet oft nicht zu den teilweise bruchbudenartigen Häusern passen. Wir haben schon so einige versiffte Sachen gesehen, mein lieber Herr Gesangsverein!
Bleibt nur zu hoffen, dass die Wohnungspreise nach den ganzen Wassermassen jetzt mal ein wenig sinken.

Christine schrieb am 09.07.2015:

Hallo, Ihr Lieben!
Ich habe aktuell eine Wohnung in Melbourne gesucht – und wenn man die Mögichkeit nutzt, zunächst ein „flatmate“ zu sein, das heisst, in eine WG einzuziehen, ist das wirklich entspannt. „flatmates.com.au“ ist hier eine sehr gute Seite mit täglich neuen Angeboten. Man kann ein eigenes Profil erstellen und so gefunden werden bzw. selbst kontaktieren. Offensichtlich ziehen alle relativ kurzfristig um und meine anfängläche Unsicherheit, da ich nur noch fünf Wochen Zeit hatte, war absolut unbegründet. Meist reicht auch ein Pass als Identitätsnachweis aus. Ich würde das jederzeit wieder so machen, weil es so einfach ist – und man muss keine großen Verpflichtungen mit umfassenden Verträgen etc. eingehen und kann vor Ort nochmals umziehen, wenn es nicht gefällt. Eine echt gute Möglichkeit!

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