Tour durch die Buschfeuergebiete – makaber oder sinnvoll?

26.03.2009 Autor: - in Reisen & Tours, Skurriles, Top - ein Kommentar

Gebiete nach dem Buschfeuer in AustralienIn den Gebieten die von den Buschbränden in Victoria betroffen waren, entwickelt sich eine eigenwillige Form des Tourismus: Jo-Anne Kasch bietet Touren in den von den Buschbränden zerstörten Ort Narbethong, 15km entfernt von Marysville an.

Für ihre zweieinhalbstündige Tour verlangt sie von den Amateurfotografen 25 AUD inklusive eines Essens. Tourism Victoria zeigt sich wenig begeistert, findet das Angebot makaber und ruft zum Boykott der Touren auf.

Die Frage ist allerdings: Ist es ethisch vertretbar aus einer Katastrophe eine Touristenattraktion zu machen? Andererseits ist es eine Möglichkeit in einer Region Geld zu verdienen, die zuvor vom klassischen Tourismus lebte. Ausgangspunkt der Touren ist das Black Spur Inn, das auf seiner Homepage zum Zeitpunkt unserer Recherche jedoch noch nicht für die Tour warb. Es ist ein dünner Drahtseilakt: Kasch sieht eine Chance darin das Interesse an den Auswirkungen des Buschfeuers in geordnete Bahnen zu lenken und gleichzeitig die Würde der Opfer zu bewahren. Kasch führt Fotografen die mit der Victorian Association of Photographic Societies im Kontakt sind. Sie vermeidet bewusst die Häuser zu besuchen in denen Menschen gestorben sind. Auch nach Marysville wo 45 Personen starben führen ihre Touren nicht.,

Vielleicht ist es einfach noch zu früh darüber nachzudenken wie letztlich der Tourismus sogar heilend wirken kann. Der Besuch von Orten an denen Naturkatastrophen stattfanden ist andererseits nichts außergewöhnliches: So starben 1886 am neuseeländischen Vulkan Tarawera auch 79 Menschen. Heute ist das „Buried Village“ eine Touristenattraktion, wie auch Pompeji in Italien.

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Kommentare (+)

Anna schrieb am 26.03.2009:

Letztendlich hält die Schaulustigen ja doch nichts davon ab, solch ein Gebiet zu bereisen. Von daher bringen geführte Touren doch etwas Ordnung in die ganze Sensationssucht.

Ich hätte allerdings vermutet, dass lokale Touranbieter so vernüftig wären, den Opfern der Brandkatastrophe mehr Zeit zur Verarbeitung zu geben. Die Wunden sind ja doch noch recht frisch.
Ich weiß nicht, ob man es mit einem Autounfall vergleichen kann. Aber ich hätte am liebsten allen Schaulustigen den Kopf abgebissen, als ich angefahren worden bin. Es ist nicht undenkbar, dass sich immer noch einige der Geschädigten in diesem After-Shock befinden und dann sollte man sich einmal überlegen, wie „begeistert“ sie auf Fototouristen reagieren werden.

Andererseits gibt es aber auch viele, die bereits mit dem Wiederaufbau angefangen haben und nur noch in die Zukunft blicken. Und die Zukunft baut nunmal auf den Tourismus!

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