Australien-Auswanderer: Ich packe meinen Container und nehme mit…. (Teil 2)

05.05.2009 Autor: - in Auswandern, Sonstiges, Top - keine Kommentare

Dies ist der 2. Teil von Antje’s Artikel zum Thema „Umzug mit Container“. Hier geht’s zum 1. Teil…

Entladen in AustralienDa fuhr er also – der Container mit all unserem Hab und Gut. Ich war doch sehr erleichtert und gespannt zugleich, ob alles heile ankommen würde. Denn ich hatte keine Versicherungsagentur gefunden, die mit uns diesbezüglich eine Versicherung hätte abschließen wollen. Ich hatte ja alles selbst gepackt und so lag die Sicherheit der Möbel und Kartons auch allein in meiner Hand. Ach nein, ich hätte eine Versicherung abschließen können für den Fall, dass das Schiff sinkt. Aber dies schien mir dann doch ein wenig übertrieben.

Mit der Umzugsfirma blieb ich weiterhin in Kontakt. Sie teilten mir das genaue Ankunftsdatum des Schiffes und sogar dessen Namen mit. Nach etwa einer Woche konnte ich ihnen auch unsere neue Adresse in Sydney nennen. Mein Mann hatte endlich etwas Passendes auf dem Wohnungsmarkt gefunden, was sich doch als recht schwierig herausstellte.  Außerdem wurde mir der Name der Umzugsfirma in Sydney mitgeteilt. So konnte mein Mann sich schon mit ihnen in Verbindung setzten.

Ich genoss derweil die letzen 8 Wochen im Kreise meiner lieben Familie. Als ich dann auch noch meinen Visumsantrag einreichte, waren erst einmal alle Formalitäten erledigt.

Das Schiff war fast 5 Wochen unterwegs, bis es in Sydney ankam. Meine Schätzung war, dass es so etwa 2 Wochen dauern würde, bis der Container zu unserem neuen Haus geliefert werden würde. Was sollten sie bei der Quarantäne auch finden? Der gesamte Inhalt war reinen Gewissens verpackt worden. Ich hatte sogar die Reifen meines Fahrrades noch einmal gründlich gereinigt. Und der Staubsaugerbeutel wurde vor dem Verpacken natürlich auch entfernt. Nun, meine Annahme sollte sich als Irrtum erweisen.

Da hatte ich wohl einige Schmutzkörnchen im Reifenprofil nicht fachgerecht entfernt.

So bekam mein Mann nach etwa 1 Woche einen Brief von der Quarantäne, auf dem alle Artikel genauestens aufgelistet waren, die beanstandet wurden. Da waren Schuhe, an deren Sohle sich noch Schmutzpartikel befanden, Weihnachtsdekoration, die nicht eingeführt werden durfte. Ich muss hier eingestehen, dass ich die beiden Kartons mit Weihnachtsdekoration, die 11 Monate lang im Keller stehen, nicht noch einmal geöffnet hatte. Zu meinem großen Erstaunen waren auch mein Fahrrad und der Staubsauger aufgelistet. Da hatte ich wohl einige Schmutzkörnchen im Reifenprofil nicht fachgerecht entfernt. Beim Staubsauger wurde nicht die porentiefe Reinheit des Gehäuses angezweifelt, sondern der vordere Aufsatz, mit dem man über den Boden fährt.

Unsere Garage in AustralienMan musste dann in diesem Brief ankreuzen, ob man die Artikel professionell und den Einfuhrbestimmungen entsprechend gereinigt haben möchte, ob man sie nach Deutschland zurückschicken lassen möchte oder ob sie vernichtet werden sollten. Nur die letzte Variante war dabei kostenfrei. Nun, mein Fahrrad wollte ich auf jeden Fall behalten und der Staubsauger war auch noch so gut wie neu. Die anderen Sachen, so teilte ich meinem Mann per Telefon mit, könnten vernichtet werden. Mein Mann schickte den Brief zurück und bekam kurze Zeit später die Rechnung über $ 900.

Nach insgesamt etwa 4 Wochen in Quarantäne wurde unser Container dann endlich freigegeben und der Anlieferungstermin mit der australischen Umzugsfirma festgelegt.

Mittlerweile war auch ich mit unseren beiden Söhnen in Australien angekommen. Genau zwei Tage später wurden unsere Möbel geliefert. Es war ein anderer Container. Der Umzugsliste konnte ich entnehmen, dass insgesamt mehr als 36 Kartons geöffnet worden waren. Auch die Wellpappe, mit der ich die Möbelteile eingepackt hatte, war einige Male aufgeschnitten worden. Ich konnte die Vorstellung nicht loswerden, wie stundenlang irgendwelche Leute unsere Sachen durchsuchten, Verpackungen aufschnitten, die Kartons von A nach B schleppten etc. Alles kam mir schon sehr aufwendig vor und ich war mir nun sicher, dass sie wohl immer etwas finden würden, was es zu beanstanden gäbe.

Zu meiner großen Freude stimmte die Kondenswassertheorie nicht. Alle Sachen und Bücher waren trocken geblieben und nur ein einziges Weinglas war zerbrochen. Schnell waren die Möbel wieder zusammengebaut und die Schränke eingeräumt. Nach etwa 4 Wochen wurde dann mein Fahrrad und der Staubsauger von der australischen Umzugsfirma geliefert, viel sauberer als ich sie verpackt hatte, waren sie auch nicht, aber was soll´s.

Im Haus rotieren nun 3 Adapter, mal für den Föhn, mal für den Sandwichmaker, mal für den Mixer. Es ist natürlich etwas umständlicher, aber wenn man bedenkt, dass der Föhn ein Geburtstagsgeschenk meines Mannes, der Sandwichmaker ein Verlobungsgeschenk und der Mixer ein Weihnachtsgeschenk meiner Mutter war, so bin ich doch jeden Tag glücklich, diese Dinge in meinem Haushalt zu haben und nicht bei ebay hätte versteigern müssen.

Ich kann denjenigen, die an ihren Möbeln hängen und auch sonst viele Erinnerungsstücke haben, nur empfehlen, ihr gesamtes Hab und Gut mitzunehmen. Außerdem hätten wir uns hier für $ 9000 keinen kompletten Hausstand kaufen können.

Wir alle fühlten uns hier von Anfang an zu Hause und dies haben wir zu einem großen Teil auch der Tatsache zu verdanken, dass wir unser Zuhause einfach mitgenommen haben.

Wer es genauso machen möchte und sich um nichts kümmern möchte, dem empfehlen wir den Container Full-Service von Relocately, die kümmern sich um alles von der Abholung in Deutschland bis zur Anlieferung in Australien. Man bekommt vorher ein Angebot, in welchem bereits alle Leistungen enthalten sind (ohne spätere Überraschungen erleben zu müssen wie zusätzliche Hafengebühren, etc.).

    

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